{"id":4592,"date":"2025-03-21T11:37:51","date_gmt":"2025-03-21T10:37:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.cimsource.com\/?p=4291"},"modified":"2025-09-09T13:50:20","modified_gmt":"2025-09-09T11:50:20","slug":"das-war-das-tms-2025-nachbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cimsource.com\/en\/2025\/03\/21\/das-war-das-tms-2025-nachbericht\/","title":{"rendered":"Das war das TMS 2025 &#8211; Nachbericht"},"content":{"rendered":"<p>Das <strong>Toolmanagement-Seminar 2025<\/strong> fand auch in diesem Jahr im <strong>Panoramahotel Waldenburg<\/strong> statt und bot zwei spannende Tage voller Fachwissen, innovativer Technologien und wertvoller Diskussionen. Die Veranstaltung gew\u00e4hrte einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand der Technik, die Rolle der K\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) im Toolmanagement und die zunehmende Digitalisierung sowie Automatisierung der Fertigung.<\/p>\n<p>Am Vortag des Seminars <strong>\u201eToolmanagement digital\u201c<\/strong> fand ein Workshop rund um das Thema \u201e<strong>KI und\/oder Automation<\/strong>\u201c statt.<\/p>\n<p><strong>Dr. G\u00f6tz Marczinski, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CIMSOURCE GmbH,<\/strong> leitete den Workshop und begann mit der Frage, in welchen F\u00e4llen KI zum Einsatz kommt und was der Unterschied zu \u201cklassischer\u201d Automation ist. Anhand verschiedener Anwendungsf\u00e4lle zur Automatisierung der NC-Verfahrenskette von der automatischen Bauteilkalkulation \u00fcber die Feature-Technologie bis zu Verfahren zur Kollisionskontrolle wurde diskutiert, inwiefern KI neue Freiheitsgrade bietet und Prozesse effizienter gestalten kann. Die These: KI eignet sich, um Informationen zu erzeugen und damit Menschen die Entscheidungsfindung zu vereinfachen. Beispielsweise hilft KI, Kreditkartenmissbrauch zu erkennen. Die KI erkennt Anomalien in Transaktionsmustern, die aus der Analyse millionenfacher Zahlungsvorg\u00e4nge generiert werden. Ggf. wird die Karte automatisch gesperrt bis eine menschliche \u00dcberpr\u00fcfung angefordert. Daraus ergab sich zudem die Frage, wie viele Informationen notwendig sind, um eine KI-basierte Unterst\u00fctzung in der Produktion und im Toolmanagement vertrauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf pr\u00e4sentierte <strong>Dr. Peter Robl, Head of Research der Siemens AG,<\/strong> den aktuellen Stand der Technik in der Prozessplanung und wie diese in Zukunft durch KI automatisiert werden kann.\u00a0 Der Workflow vom CAD-Modell zum automatisch erstellten Arbeitsplan kann dadurch in nur wenigen Schritten erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit galt der KI-gest\u00fctzten Feature-Erkennung und ihrem Einfluss auf den Workflow. Dar\u00fcber hinaus wurde gezeigt, welche Rolle Normen und eine vollst\u00e4ndige Datengrundlage spielen, sodass CAM-Programmierer durch eine KI unterst\u00fctzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Patrick Lupo, Senior Engineer Product Design der Kennametal Deutschland GmbH,<\/strong> und <strong>Marco Miersemann, Senior Technical Account Manager der ModuleWorks GmbH,<\/strong> stellten in ihrem Vortrag die Grundlagen von KI-Modellen vor und erl\u00e4uterten, wie physikalische Modelle und KI-gest\u00fctzte Verfahren sich gegen\u00fcberstehen. Sie verdeutlichten, dass KI zwar viele Fragen in der Prozesskette der CAM-Programmierung beantworten kann, jedoch bei der Bewertung von Werkzeugwegen an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft. Hier wurde mit Smart Roughing eine L\u00f6sung pr\u00e4sentiert, die KI und Physik miteinander vereint und durch eine optimierte Strategie Zeitersparnisse in der Fertigung von Bauteilen erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Nach einer kurzen Kaffeepause thematisierte <strong>Marcel Bruns, Project Lead Operation Excellence der LMT Tools GmbH &amp; Co. KG, <\/strong>in seinem Vortrag einen weiteren wichtigen Aspekt der Bedeutung einer strukturierten Datengrundlage. Er stellte die Customer Experience Platform (CEP) vor, die eine durchg\u00e4ngige Digitalisierung des Vertriebsprozesses von Werkzeugen erm\u00f6glicht. Besonders hervorzuheben war die Integration von KI in die Zielarchitektur der CEP, die einen reibungslosen Datenfluss sicherstellt.<\/p>\n<p><strong>Boris Kaiser, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CIMSOURCE GmbH,<\/strong> griff die Anforderungen an eine durchg\u00e4ngige Datenstruktur sowie digitale Werkzeugzwillinge auf und zeigte, wie Normen eine hohe Datenqualit\u00e4t gew\u00e4hrleisten. Er diskutierte den umfangreichen Aufwand, der hinter einer vollst\u00e4ndigen Digitalisierung steckt, und pr\u00e4sentierte erste Ans\u00e4tze, wie KI zur Verbesserung und Anreicherung der Datenqualit\u00e4t beitragen kann. Dazu geh\u00f6rt unter anderem die automatisierte Extraktion von Daten aus DXF-Grafiken.<\/p>\n<p>Diese Themen leiteten abschlie\u00dfend eine interessante Q&amp;A-Session ein, woraufhin <strong>Dr. G\u00f6tz Marczinski<\/strong> die offizielle Veranstaltung mit ein paar abschlie\u00dfenden Worten beendete.<\/p>\n<p>Doch das sollte es noch nicht gewesen sein. Der Tag wurde mit einem <strong>gem\u00fctlichen Get-Together im Restaurant des Panoramahotels Waldenburg<\/strong> erfolgreich abgeschlossen.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/cimsource-vortrag_TMS24.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4616 size-large\" src=\"https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1-1024x864.png\" alt=\"\" width=\"750\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1-1024x864.png 1024w, https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1-300x253.png 300w, https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1-768x648.png 768w, https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1-1536x1296.png 1536w, https:\/\/cimsource.com\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Kopie-von-Fraisa1.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 750px) 100vw, 750px\" \/><\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Toolmanagement digital \u2013 Klassisch. Integriert. Automatisiert.\u00a0<\/strong><\/h2>\n<p>Das von der <strong>CIM Aachen GmbH <\/strong>veranstaltete Toolmanagement-Seminar wurde von <strong>Ingo Laqua, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CIM Aachen GmbH, <\/strong>mit der Frage er\u00f6ffnet, ob KI nun das Toolmanagement \u00fcbernimmt. Diese Fragestellung zog sich durch den gesamten Tag und wurde aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Neben den generellen Einsatzm\u00f6glichkeiten von KI in Produktionen und im Toolmanagement wurde auch auf deren Grenzen hingewiesen, insbesondere in Bezug auf Datenqualit\u00e4t und -verf\u00fcgbarkeit.<\/p>\n<p>Der Markt\u00fcberblick f\u00fcr Toolmanagement-Systeme, vorgestellt von <strong>Tim Metzen, Consultant der CIM Aachen GmbH<\/strong>, zeigte aktuelle Entwicklungen in den Bereichen IT-Integration, Automatisierung und KI. W\u00e4hrend einige Toolmanagement-Systeme bereits erste KI-Module in verschiedenen Prozessen implementiert haben oder diese zur Entwicklung einsetzen, befinden sich andere Unternehmen noch in der Experimentierphase. Verschiedene Beispiele f\u00fcr KI-Unterst\u00fctzung in der CAM-Programmierung und Kalkulation wurden pr\u00e4sentiert, wobei KI hier vor allem als Vorschlagssystem eingesetzt wird. Die Frage, ob die Ergebnisse der KI ausreichen, wurde intensiv diskutiert. Es wurde betont, dass eine gro\u00dfe Menge an Trainingsdaten notwendig ist, um zuverl\u00e4ssige Ergebnisse zu erzielen.<\/p>\n<p>Nach den Eingangsstatements der diesj\u00e4hrigen Aussteller, in denen die Unternehmen <strong>CIMSOURCE GmbH, E. ZOLLER GmbH &amp; Co. KG, EXAPT Systemtechnik GmbH, COSCOM Computer GmbH und ModuleWorks<\/strong> <strong>GmbH<\/strong> ihre Produkte und m\u00f6glichen KI-Anwendungen vorstellten, folgte nach einer ersten Kaffeepause ein Vortrag von <strong>Julian Sasse, Mitarbeiter der Fachhochschule Kiel<\/strong>, der die Vertretung f\u00fcr <strong>Prof. Henning Strau\u00df<\/strong> \u00fcbernahm. Er stellte die M\u00f6glichkeit einer durchg\u00e4ngigen Shopfloor-Automation mit integrierten Toolmanagement vor. Dabei hob er im Besonderen die Unterschiede des physischen und des digitalen Werkzeugwegs in der Fabrik hervor. So wurde erl\u00e4utertet, welche Stationen im Toolmanagement durchlaufen werden und wie diese mit der Shopfloor-IT verkn\u00fcpft sind. Ein wichtiger Aspekt war die Abbildung dieser Prozesse im digitalen Zwilling der Fabrik und die Nutzung der dabei generierten Daten zur Optimierung von Nachhaltigkeitsaspekten wie dem Product Carbon Footprint.<\/p>\n<p><strong>Sylvester Radlsbeck, Leiter Produktionsmanagement der Rile Management und Vertriebs GmbH<\/strong> wurde krankheitsbedingt durch <strong>Christian Erlinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der COSCOM Computer GmbH<\/strong>, vertreten. Er griff das Thema der Fabrikautomation auf und wie eine solche Automation der Rile Management und Vertriebs GmbH zu einem flexiblen Fertigungssystem verhalf. Die Implementierung der COSCOM Eco Platform diente als Grundlage f\u00fcr ein optimiertes Werkzeugmanagement. Es wurde der Zeitablauf der Digitalisierung des Werkzeugkreislaufs dargestellt und aufgezeigt, wie diese Plattform als Basis f\u00fcr den k\u00fcnftigen Einsatz von KI in der Fertigung genutzt werden kann.<\/p>\n<p>Nach der Mittagspause referierte<strong> Juri Buling, CAM-Administrator der SCHUNK SE &amp; Co. KG<\/strong> in seinem Vortrag \u00fcber die durchg\u00e4ngige Digitalisierung der Prozesse zwischen Kundenauftrag und Fertigung. Die enge Verzahnung der CAx-Kette, unterst\u00fctzt durch das ZOLLERTMS, wurde als zukunftsweisender Schritt hervorgehoben. Besonders beeindruckend waren die erreichten Einsparungen der R\u00fcstzeit von 50 bis 70 % durch optimierte Prozesse, die unter anderem durch RFID-Technologien und Paletten-Automation erm\u00f6glicht wurden.<\/p>\n<p>Darauffolgend pr\u00e4sentierte <strong>Otto Hetzl, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von HECAM-Solutions,<\/strong> unter anderem mit einer Live-Demonstration, wie die Automatisierung der CAM-Programmierung mit Autodesk Fusion als Teil der CAx-Kette funktioniert und welchen Herausforderungen der Werkzeugindustrie damit entgegengetreten werden kann. Welche Rolle eine zentrale Werkzeugdatenbank f\u00fcr eine KI-gest\u00fctzte Optimierung der Bearbeitungsstrategien hat, griff er ebenfalls auf. Durch den richtigen Einsatz von KI-generierten Vorschl\u00e4gen soll eine erhebliche Zeitersparnis und eine gesteigerte Effizienz in der CAM-Programmierung m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die letzte Kaffeepause widmeten sich <strong>Marius Klose, Leiter BICC,<\/strong> und <strong>Alexander Denissow, Teamleiter Technology der ELAFLEX Hiby GmbH &amp; Co. KG<\/strong>, der Shopfloor Automation in der Praxis und stellte die Vorteile einer durchg\u00e4ngigen Vernetzung von Systemen vor. Die richtige Middleware und eine saubere Datenbasis wurden als entscheidende Schl\u00fcsselfaktoren hervorgehoben. Zudem wurde demonstriert, wie KI-gest\u00fctzte Datenanalyse und benutzerprogrammierte KI zur Steuerung von Montagezellen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Besonders spannend war die Diskussion dar\u00fcber, wie solche Ans\u00e4tze auch im Toolmanagement umgesetzt werden k\u00f6nnen und welche Ma\u00dfnahmen erforderlich sind, um eine belastbare Datengrundlage zu schaffen.<\/p>\n<p>In der abschlie\u00dfenden <strong>Podiumsdiskussion<\/strong> lie\u00dfen <strong>Referenten<\/strong>, <strong>Aussteller<\/strong> und <strong>Teilnehmer<\/strong> die Praxisvortr\u00e4ge Revue passieren und griffen noch einmal die dort enthaltenen Kernthemen auf, um sich der Frage zu stellen, ob und mit welchen Voraussetzungen die KI jetzt das Toolmanagement \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n<p>Das Toolmanagement-Seminar 2025 hat erneut eindrucksvoll gezeigt, dass eine solide Datenbasis, durchg\u00e4ngige Vernetzung und intelligente Automatisierung die wesentlichen Erfolgsfaktoren f\u00fcr die Zukunft der Fertigung sind. \u00dcbernimmt denn jetzt die KI? Oder bleibt Produktion doch eine Veranstaltung von Menschen? Sowohl als auch, mit Tendenz Richtung Mensch. Denn um gute Entscheidungen zu treffen, braucht es nach wie vor Mitarbeiter mit Urteilsverm\u00f6gen. Und Urteilsverm\u00f6gen l\u00e4sst sich schlecht automatisieren. Letztendlich wird die Frage sein, ob ausreichend Daten f\u00fcr statistische relevante Auswertungen zur Verf\u00fcgung stehen. Und\/oder in welchen F\u00e4llen physikalische Modelle besser w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Wir danken allen Referenten, Ausstellern und Teilnehmern f\u00fcr den wertvollen Austausch und freuen uns darauf, Sie beim n\u00e4chsten Seminar wieder begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Toolmanagement-Seminar 2025 fand auch in diesem Jahr im Panoramahotel Waldenburg statt und bot zwei spannende Tage voller Fachwissen, innovativer Technologien und wertvoller Diskussionen. 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